Aktivitäten / Fotos    -    2015/16

 

Salier-Köpfe am Korber Kopf.

Kopf aus Beton und Körper aus Stahl.

In den vierten Klassen der Salier-Gemeinschaftsschule wurde fleißig gewerkelt. Die jungen Künstler nahmen im Rahmen ihres Projekts an der Freiluft-Ausstellung „Köpfe am Korber Kopf“ teil.

Exakt 88 Stelen lieferten die Viertklässler der Salier-Gemeinschaftsschule für die zehnte Ausgabe der „Köpfe am Korber Kopf“. Es sind Skulpturen geworden, die alles umfassen, was Handarbeit und künstlerische Fertigkeit einschließt: Ein Kopf, in Form gegossen aus Beton, mit einer Eisenstange als Körper und gekleidet mit Umhängen, welche die Schüler selbst gehäkelt haben.

 

Das Gesamtkunstwerk „Ein Ort zum Wachsen“, angelehnt an das Schulmotto, ist der diesjährige Beitrag der Viertklässler der Salier-Gemeinschaftsschule für die zehnte Auflage der Ausstellung „Köpfe am Korber Kopf“. Das Ergebnis soll ein Sinnbild für die schulische Entwicklung der Kinder sein: 88 Stelen, die durch einen mit Tonbuchstaben behängten Tafelrahmen in die Welt hinausschauen.

88 Schüler sind es auch, die jene Kunstwerke schufen. Aber natürlich nicht alle auf einmal. Über den Tag verteilt pilgerten sie in Sechsergruppen aus ihren Klassenzimmern in den Kunstraum der Schule. Dort durften unter der Leitung der Klassenlehrerinnen Marie-Luise Leifheit (4b) und Petra Thieleke (4c) jeweils drei Schüler aus zwei Klassen ihre Gipsmasken mit Beton ausgießen. So entstanden die Köpfe der Skulpturen. Eisenstangen, die auf die jeweilige Größe der Kinder geflext wurden, sind dabei bereits als Körper an die Köpfe montiert. „Es wird sehr individuell“, sagt Petra Thieleke. Den Schülern macht die Arbeit Spaß, vor allem die Herstellung der Gipsmasken stieß auf Begeisterung. Farima erklärt den Ablauf: „Wir haben uns erst auf einen Tisch gelegt, mit einem Partner, dem wir vertrauen.“ Die Augen wurden abgedeckt, die Nasenlöcher mussten natürlich frei bleiben. „Die Kinder sind ganz achtsam miteinander umgegangen“, findet Petra Thieleke, sie hätten einander ganz vorsichtig eingegipst und sich gegenseitig beruhigt.

Wer nicht an den Masken arbeitete, macht unter Aufsicht der beiden anderen Klassenlehrerinnen Leonie Kurtz (4a) und Sabrina Mayer (4d) Schulaufgaben. Im Flur lagen dafür Arbeitsblätter für Deutsch und Mathe aus, wer damit fertig ist, darf an den Kleidchen der Stelen weiterhäkeln. Blieben die Köpfe betonfarben, wurden die Umhänge umso bunter. Von knalligem Pink über Grün und Gelb bis Schwarz reicht die Palette.

Anfang Mai wurden die Stelen der Schüler aufgestellt.

Auch die Lehrerinnen mussten sich erst in das Projekt einarbeiten. Petra Thieleke und Marie-Luise Leifheit waren schon bei den beiden bisherigen Beiträgen für die Korber Köpfe beteiligt. Das Prinzip ist einfach: Auf dem Skulpturen-Rundweg in den Korber Weinbergen sind jeweils ein Jahr lang zehn Kunstwerke mit Bezug zum menschlichen Haupt ausgestellt, drei davon sind Amateurarbeiten wie die der Salier Gemeinschaftsschule. Aber trotz der Vorerfahrung der beiden Lehrerinnen musste auch diesmal alles geplant und ausprobiert werden. So haben sie und Kollegen sich einen Abend lang gegenseitig eingegipst und Probeköpfe hergestellt. In der ersten Maiwoche war es dann so weit: Mit der Hilfe von Müttern und Vätern wurden knapp zwei Dutzend betongefüllte Eimer mit jeweils vier Stelen am Skulpturenweg eingegraben.

Der Aufwand lohnt sich, wie Marie-Luise Leifheit findet: „Gipsen, Häkeln, Tonen –manche merken gar nicht, was das für die Kinder an Handwerk bedeutet, und was sie hier an Fingerfertigkeit lernen.“

Auch der Rektor Wolfgang Strobel betont die Wichtigkeit künstlerischer Arbeit für die „Bildungsbiografie der Kinder“. Damit schärft das Kunstprojekt auch das Profil der Salier-Gemeinschaftschule. Die Förderung künstlerischer Vorhaben liegt Strobel am Herzen. Besonderen Dank richtet er an die Lehrerinnen: „Schule steht und fällt mit Menschen. Die Lehrerinnen machen es mehr als perfekt. Ich bin wirklich dankbar für ihre Arbeit.“ (Auszüge - Waiblinger Kreiszeitung)