Aktivitäten / Fotos    -    2012/13

Eine Bank zum Gautschen

Diana Nägele (Waiblinger Kreiszeitung)

Schüler fertigen an der Salier-Werkrealschule für ihre Projektprüfung eine Hollywood-Schaukel

Waiblingen. Eine Hollywood-Schaukel nicht im Garten unter einem Laubbaum, sondern mitten im Schulhaus, das gibt es an der Salier-Werkrealschule. Vier Schüler haben sie zusammen während ihrer Projektprüfung geplant und gebaut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Rund zwei Meter hoch und breit genug, dass drei Schüler darauf Platz nehmen können – so sieht die Hollywood-Schaukel von Marcell Peer, Mahmut Arslan, Luca Scavuzzo und Selcuk Eren aus. Sie haben sie zusammengebaut. Die Idee aber kam von Marcell. Es sollte etwas Besonderes sein, sagt der 15-Jährige. Mit einer normalen Bank sei es damit nicht getan. Davon gebe es immerhin schon genug auf dem Schulgelände, sagt er. Aus dem Internet zogen sich die Jungs Baupläne und dann ging es auch schon an die Planung.

Teamfähigkeit und Arbeitsaufteilung sind gefragt

Jedes Jahr im Frühjahr steht eine Projektprüfung auf dem Lehrplan der neunten Klasse. Die Schüler tun sich selbst in Kleingruppen zusammen und überlegen sich, was sie gerne machen möchten. Nach einer Vorbereitungsphase geht es in der Projektwoche dann ans Werkeln. Dabei zeigen sie Teamfähigkeit, den Umgang mit Arbeitsaufteilung, Planung und der Kalkulation. Hinterher müssen die Schüler ihre Arbeit präsentieren. Außerdem müssen sie in einer mündlichen Prüfung zeigen, welches Fachwissen sie sich angeeignet haben.

Die vier Schüler räumten mit der Hollywood-Schaukel allesamt gute bis sehr gute Noten ab. „Klar sind wir stolz“, sagen sie fast gleichzeitig. „Und das zu Recht“, bewertet Lehrer Ahmed Tekin ihre Leistung. Grundlagenwissen sammelten sie in den Schuljahren zuvor an der Schule im Technikunterricht. Löcher bohren, Schleif- und Sägearbeiten waren für die Neuntklässler längst kein Problem mehr. Während der Vorbereitungszeit verglichen sie Preise von Holzbrettern und Beschlägen. „Den Baumarkt kennen wir in- und auswendig“, sagt Luca Scavuzzo. Tipps zum Bau der Schaukel sowie zur Holzverarbeitung holten sie sich in einer Beinsteiner Schreinerei. Dass sie die Hollywood-Schaukel auch wirklich während der Projektwoche fertigbekommen, war am Ende doch eine Herausforderung. „Wir wussten aber, dass wir es schaffen können“, sagt Mahmut Arslan. Für die Bewertung war das ein wichtiges Kriterium, so Tekin, der unter anderem Technik und Sport an der Salier-Werksrealschule unterrichtet.

Probleme, die sich beim Bau ergaben, lösten die vier Jungs mit Bravour. Anfangs war die Schaukel nicht stabil genug, erinnert sich Marcell Peer. Weshalb sie kurzfristig noch zusätzliche Querverstrebungen anbohrten. Als sie die Hollywood-Schaukel bei einem kleinen Festakt auf dem Schulhof allen anderen Schülern vorstellten, nutzten einige die Gelegenheit, um einmal Probe zu sitzen und Probe zu schaukeln. „Für die Benutzung gibt es Regeln“, stellt Luca Scavuzzo klar. „Die Schaukel ist zum Sitzen und Chillen da.“ Schüler dürfen nicht aufs Gerüst steigen, „auch keine Klimmzüge oder so was machen“. Man soll die anderen nicht anschucken und die Schaukel nicht bemalen. „Wir haben viel Arbeit reingesteckt, bitte haltet euch daran“, gibt Luca Scavuzzo den 500 Schülern auf dem Pausenhof zu verstehen.

Die Hollywood-Schaukel steht jetzt im Schulgebäude nicht weit vom Lehrerzimmer entfernt. „Die Lehrer haben hoffentlich auch ein Auge drauf“, sagt Marcell Peer. „Sie soll ja lang erhalten bleiben.“