Aktivitäten / Fotos    -    2012/13

„Eine ungarische Wundertüte"
Salier-GWRS knüpft erste Bande zu ungarischer Schule

Am frühen Donnerstagmorgen des 4. Aprils begann die Reise an der Bushaltestelle der Salier- GWRS. Vollgepackt, neugierig auf das fremde Ungarn und voller Vorfreude auf spannende Tage wurde die Fahrt zum Stuttgarter Flughafen angetreten. Würde das Einchecken von 10 Schülern und 9 Lehrkräften wohl ohne Probleme gelingen? Wie reagieren andere Passagiere auf eine quirlige Gruppe?

Dass alles so problemlos und friedlich ablief, ließ erahnen, dass unvergessliche Tage folgen sollten. Kaum in Ungarn gelandet, wurden Schüler, Koffer, Lehrer und Instrumente in
einen Kleinbus verladen und es ging holprig und etwas verschlafen zur Altalanos-Schule nach Magocs, ca. 45 Autominuten, südwestlich von Pecs entfernt.
Dort wurden alle von der "Frau Rektorin"-wie man in Ungarn so klangvoll sagt- herzlichst begrüßt. Herr Strobel, Rektor der Salier-GWRS und Initiator der Reise, ließ es sich nicht nehmen für die außergewöhnliche Gastfreundschaft zu danken. Was in den nächsten Tagen folgte, lässt sich kaum in einem kurzen Zeitungsbericht fassen: Konzerte wurden geplant und abgeändert, der Plattensee stand ebenso wie das weltbekannte Thermalbad in Hevic auf dem Programm, die ungarische Küche wurde verkostet, Budapest erkundet, immer wieder spürte man die geduldige und liebevolle Gastfreundschaft. Besonders vier ungarische Deutschlehrerinnen investierten viel Mühe und Engagement, war es doch für alle deutschen Beteiligten sehr schwer sich ohne Kenntnisse der Landessprache zu verständigen.

Ein Hauptschwerpunkt, neben den partnerschaftlichen Beziehungen, war die Musik. Das Salier-Percussion-Ensemble , unter der Leitung von Eva Bauer, brachte jede Halle vor Begeisterung zum Beben. Mit europäischer Folklore, und eigens für diese Reise einstudierte und von Karl Bickel arrangierte ungarische Volkslieder, berührte auch die Lehrer-Combo der Salier GWRS zahlreiche ungarische Zuhörer.
Egal ob im Erlebnispark Bikel oder im Kulturzentrum von Magocs gespielt wurde, man merkte deutlich, dass Musik jede Grenze überwindet. Besonders eindrucksvoll war es für die jungen Musiker zu sehen, wie ungarischer Unterricht abläuft. An einem Vormittag durften sie am Unterricht teilnehmen und im Anschluss zu einigen Gastfamilien nach Hause gehen. Dass hinter mancher heruntergekommenen Fassade "ein echt krasser Fernseher und ne PSP“  steht, hätten viele nicht erwartet. Und doch lehrte der Kontakt, gerade in der momentan schwierigen politischen Lage, viel. Die zunehmende Flucht der Ungaren vom Dorf in die Großstadt, die fehlenden Arbeitsplätze, die gestrichenen Rentengelder, dies alles waren neben aller positiven Eindrücke die Schattenseiten.

Nach sechs erlebnisreichen und freudigen Tagen wurde am Dienstag dem 9.April die Heimreise angetreten. Diese Reise schwingt bei allen Teilnehmern nach und beflügelt zu hoffentlich weiteren gemeinsamen Projekten.