Aktivitäten / Fotos    -    2009/10

In einem Boot - Ökumenisches Segelprojekt 2010



Viele haben mit angepackt, dass dieses Projekt realisiert werden konnte. Eltern haben sich engagiert, Schüler sind auf die Straße gegangen und haben Musik gemacht. Kuchenverkäufe und Grußkartenaktionen wurden vorbereitet und durchgeführt. Besonders zu erwähnen wären fünf junge Damen aus Klasse 9, die federführend das Projekt im Rahmen ihrer Prüfung für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler geplant und organisiert haben.

Am WM-Endspieltag ging es los Richtung Hoorn am Markermeer/NL. Dort bewohnten ab Sonntagabend für fünf Tage 30 Schülerinnen und Schüler der Salier-WRS die Arbeid Adelt, einen nach originalen Plänen restaurierten Frachtsegler. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von ihren Religionslehrern W.Kunz und R.Hartmann sowie von G. Jenning und D.Höflich.

Auf dem täglichen Programm stand neben den segeltechnischen Arbeiten wie z.B. Segel setzen und bergen auch die Zubereitung der Mahlzeiten für insgesamt 35 Personen.

Angesichts der beengten Verhältnisse auf dem Schiff stellte dies eine ganz besondere Herausforderung dar, für die Jugendlichen und uns Erwachsenen.

Auch das „klar Schiff machen“ nach einer Koch-und Essaktion erforderte viel Ausdauer und Geduld. Alle haben es trotz zum Teil tropischer Verhältnisse unter Deck (32 Grad Celcius und mind. 70% Luftfeuchtigkeit) durchgehalten und bis zum letzten Löffel gespült und abgetrocknet.

Tagsüber konnte öfters ein Badestopp eingelegt werden, den die meisten Seglerinnen und Segler auch ausgiebig genutzt haben. Ansonsten konnte die Sonne genossen, die Landschaft betrachtet oder gespielt werden. Abends war in Gruppen Landgang angesagt. Anschließend wurde an Bord gesungen, gemalt oder gebastelt und viel miteinander geredet.

Höhepunkt der Woche war sicher der Törn von Volendam nach Hoorn. Mit einem Reff im Großsegel und Windstärke 8-9 ging es mit 9 Knoten so richtig zur Sache. Das war Segeln pur mit viel Wind und Wasser von unten und manchmal auch von oben. Erstaunlich, wie mühelos 120 Tonnen durch das Wasser gleiten können.

Welch enormer Aufwand betrieben werden muss, um einen Verletzten auf einer einsamen Insel zu versorgen wurde uns hautnah vermittelt: Kleines Rettungsboot mit Ersthelfer, großes Rettungsboot mit Arzt, Transfer ans Festland, Fahrt ins Krankenhaus mit Nähen und Wundversorgung und einer nächtlicher Rückholaktion mit einer kleinen, motorisierten Segeljolle. Gott-sei-Dank ging aber am Ende alles glimpflich aus.

Das Schwanken des Schiffes war noch Tage später körperlich zu spüren. Trotzdem waren alle begeistert. Die „Kleinen“ aus Klasse 5 und die „Großen“ aus Klasse 9 und 10 haben in diesen Tagen miteinander und voneinander gelernt: Rücksichtnahme, Verlässlichkeit, Vertrauen und Teamarbeit. Sie haben sich in einem völlig neuen Kontext erlebt, konnten neue Verhaltensweisen und Einstellungen erproben. Wir hoffen, dass die Erfahrungen nachhaltig wirken.